Unsere Kinder brauchen uns!

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Buchvorstellung

Ein Psychologe und ein Arzt lösen gemeinsam das Rätsel um den unverstandenen und zutiefst verstörenden Trend unserer Zeit - Gleichaltrige übernehmen den Platz der Eltern im Leben unserer Kinder. 2004 war dieses Buch ein Bestseller in Kanada und ist nun auf Deutsch erschienen.

Auf 350 Seiten wird wunderbar einleuchtend erklärt, wie ausschließliche "Gleichaltrigenorientierung" ohne Autorität und Vorbild Familien zerstört und damit die Macht hat, die ganze Kultur und Gesellschaft zu zerstören.

Ein an sich einfacher Sachverhalt in genial einfacher Weise beschrieben lässt trotzdem verblüffend erkennen, wie sich eigentlich alle gegenwärtigen gesellschaftlichen Probleme darauf zurückführen lassen.

Im Ansatz finden sich die Thesen des Buchs auch in Publikationen deutscher Lern- und Bindungsforscher wie Grossmann aus Regensburg, Hüther/Gebauer aus Göttingen oder Spitzer aus Ulm wieder. Die Plausibilität und Klarheit dieses neuen Buchs hat man jedoch sehnsüchtig seit Jahren erwartet.

"Unsere Kinder brauchen uns" ist also ein revolutionäres Buch, das das Potential hätte, uns in Deutschland auch in Punkto Bildung, Kultur, Kinder und Leistungsfähigkeit den richtigen Weg zu weisen und wieder auf einem besseren Weg voran zu bringen.

Dr. Neufeld mit seinen Studien und Dr. Mate als bekannter Bestseller-Autor liefern mit ihrem Buch auch populär-wissenschaftlich aufbereitet die Begründung dafür, warum Homeschooling in der Regel besser als Schulbesuch ist und warum es so gut auch ohne Lehrer, Drill und Mengen von Unterrichtsstunden funktioniert.

Das Buch ist Pflichtlekture für alle, die bei Kindern und Bildung mitreden wollen.

Tipp: Auf der Internetseite des herausgebenden Verlages ist eine größere Leseprobe erhältlich (http://www.genius-verlag.de/Uploads/75-Leseprobe.pdf).

 

Einige Zitate aus diesem Buch:

Jon Reider, der an der Stanford University in Kalifornien für die Studienplatzvergabe zuständig ist, bezeichnet sie als Wunschkandidaten, da »Homeschooler bestimmte Fähigkeiten mitbringen, die an den High Schools nicht gut vermittelt werden - Motivation, Neugier sowie die Fähigkeit, die Verantwortung für ihre Ausbildung zu übernehmen.«
[1], Seite 266

Kindergarten- und Vorschulprogramme sind nicht das Hauptproblem, und das Unterrichten zu Hause ist keine Patentlösung. Der entscheidende Faktor ist die Bindungsdynamik.
[1], Seite 266

Die Kindergarten- und Schulerfahrungen unserer Kinder sollten vor allem von Bindungen zu Erwachsenen geprägt sein.
[1], Seite 266

Die Fähigkeit, mit anderen auszukommen, entwickelt sich nicht durch den Kontakt zu Gleichaltrigen
[1], Seite 270

Treiben wir die Annahme, dass Gleichaltrigenkontakte für die Sozialisation entscheidend sind, auf die Spitze und übertragen sie auf Waisenkinder, Straßenkinder oder Kinder in Banden, wird der Denkfehler offensichtlich.
[1], Seite 271

Indem wir es [Interaktion mit Gleichaltrigen] über alles stellen, drängen wir unsere unreifen Kinder in Wirklichkeit in Muster von Unterwürfigkeit, Imitation und Konformität.
[1], Seite 272

Auch durch noch so viel Interaktion mit Gleichaltrigen wird ein Kind dieses Ziel [Fähigkeit entwickeln, im Umgang mit anderen sie selbst zu bleiben] nicht erreichen.
[1], Seite 273

Und die einzigen Bindungen, die ein Kind braucht, sind die zur Familie und zu den Menschen, die ebenfalls Verantwortung für das Kind tragen.
[1], Seite 273

Es hat sich der Mythos verbreitet, Kinder müssten mit anderen Kindern zusammen sein, um sich zu gesellschaftsfähigen Menschen entwickeln zu können.
[1], Seite 282

Die Beziehung ist der Kontext, um mit dem Kind zu arbeiten, und hat deshalb Priorität.
[1], Seite 291

Der emergente Prozess lässt im Kind viele erwünschte Eigenschaften aufkommen: Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, Neugier, Interesse, Grenzen, Achtung vor anderen, Individualität, Persönlichkeit.
[1], Seite 302

Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Grundlagen für eine Kultur, welche die Elternschaft unterstützen und ihren Auftrag schützen könnte, sind uns verloren gegangen.
[1], Seite XIV

In ihrer Beziehung zu uns werden unsere Kinder ihr natürliches Entwicklungsziel erreichen, nämlich unabhängige, eigenmotivierte und reife Menschen zu werden, die ein gesundes Selbstwertgefühl haben und sich der Gefühle, Rechte und der menschlichen Würde anderer bewusst sind.
[1], Seite XIV

[1] Neufeld/Maté: Unsere Kinder brauchen uns. Genius, Bremen, 2006

 © Jan Edel, Schulbildung in Familieninitiative e.V